5 Dinge, die Du vom Maultiertraining für das Pferdetraining
lernen kannst!

5 Dinge, die Du vom Maultiertraining für das Pferdetraining lernen kannst!

„Mulis müssen so behandelt werden, wie Pferde behandelt werden sollten“

Ich freue mich sehr heute einen Gastartikel von Dana Santana Goetze veröffentlichen zu können. Dana ist nicht nur Pferdetrainerin, Reitlehrerin und Mental-Coach für Reiter, sondern sie trainiert auch gerade ihr erstes Muli „Mule Jule“. Mulis sind eine Kreuzung aus einer Pferdemutter und einem Eselvater und sind mehr als nur „Pferde mit langen Ohren“.
Mehr Infos über Mulis, ihre Besonderheiten und ihre Eigenschaften als Reittier findest Du hier.
Das Muli-Training stellt einen vor ganz besondere Herausforderungen und zwingt einen, seine Trainingsweise zu überdenken. Wo man bei Pferden mit Druck noch Vieles bewirken kann, beißt man beim Muli auf Granit. Und weil wir ja eigentlich alle nach einem harmonischen Miteinander mit unseren Pferden suchen und wir sie laut Dana so trainieren sollten, wie man Mulis trainieren muss, gibt es heute 5 Tipps, die Du vom Mulitraining für das Pferdetraining übernehmen kannst!
1. Baue eine mentale Verbindung zu Deinem Pferd auf
Entwickele Deine eigene mentale Stärke um eine gute Führungskraft für Dein Pferd/Muli zu sein. Das bedeutet, Deine Ängste und Dein Kopfkino abschalten zu können und ganz im Augenblick zu sein.
Sei sicher, dass etwas geht, ohne es vorher probiert zu haben. Dann kann Dir das Muli/Pferd folgen. Und dann regulierst Du auch ganz automatisch Deine Emotionen. Und das ist so wichtig in der Ausbildung von Pferden und Mulis!
Das ist meine wichtige Botschaft für die Reiterwelt: steuert Eurer Kopfkino und Eure Emotionen statt Euch davon überwältigen zu lassen. Wir sind unseren Emotionen nämlich nicht so ausgeliefert, wie wir oft denken. Ich habe mich in meiner Seminarreihe „Gelassen bleiben auch in Extremsituationen“ genau hierauf spezialisiert. Ich biete inzwischen Seminare nur für Menschen (ganz ohne Pferd) an, da erst einmal die Menschen ganz viel lernen müssen: Körperbewusstsein, um die Sprache der Pferde gezielt sprechen zu können; Mentaltechniken um das Kopfkino („was kann alles passieren“) zu unterbinden und letztlich unsere Emotionen (Ängste, Unsicherheit, Wut, Hilflosigkeit).
Erst wenn wir Reiter emotional, körperlich und mental authentisch kommunizieren können, folgt uns das Pferd. Auf diese drei Pfeiler stützt sich daher auch meine Ausbildung im 3D-Reiten, bei dem alle 3 Ebenen berücksichtigt werden. Denn während gängiger Unterricht sich hauptsächlich auf die Korrektur des Körpers konzentriert, ist es viel effektiver, den Rahmen zu erweitern. Denn das, was wir denken, hat direkte Auswirkungen auf das, was wir fühlen und beeinflusst damit auch, ob wir etwas körperlich umsetzen können.
Wer Dana einmal live sehen und ihre Methode ausprobieren möchte, kann das im Mai bei Pfernetzt 2019 tun! Dana hält einen praktischen Workshop in dem jeder die Technik für sein persönliches Thema anwenden und erfahren kann, was sie bewirken kann.
Ansonsten kannst Du natürlich auch auf ihrer Homepage vorbeischauen oder ihr eine Email schreiben.

2. Sei klar in Deiner Führung
Es ist beim Muli sehr wichtig als Mensch eine klare Vorstellung (Ziele) davon zu haben, wo es hingeht. Dann kann einem das Muli auch folgen. Bei Pferden ist dies zwar auch wichtig, aber Mulis sind hier deutlich weniger tolerant und brauchen große Klarheit. Das ist etwas, was wir Menschen von Mulis gut lernen können. Allerdings bringt einen das natürlich auch an persönliche Grenzen. Nur wer Geduld und Humor hat, umdenkt und bereit ist, neue Wege zu gehen und sein Training an die Situation anzupassen, wird erfolgreich ein Muli ausbilden können!
Ich bin sehr schnell vorangekommen mit einer Einstellung aus klaren Zielen, jedoch völlig ohne zeitliche Vorstellung. Es ist mir persönlich nicht wichtig, wann ich Mule Jule reite. Sie wird mir sagen wenn sie soweit ist. Und bis dahin zeige ich ihr kleinschrittig was es alles zu lernen gibt.
Wenn ich dann doch mal in alte Muster zurückfalle und mich mental in Übungen “verbeiße” („das MUSS die jetzt aber machen“), geht gar nichts mehr. Da hilft kein Schimpfen und Druck. Nur mental loslassen (die muss nämlich gar nix und kann auch nicht gezwungen werden), die Übung überdenken und anders angehen und viel viel loben bringt mich weiter.
Genau das ist auch wichtig und von Vorteil im Pferdetraining! Nur weil Pferde toleranter sind als Mulis heißt es nicht, dass sie nicht besser auch mit Klarheit, Achtsamkeit, Lob und Geduld trainiert werden sollten.

3. Lerne die Körpersprache Deines Pferdes lesen und reagiere auf gestellte Fragen
Im Training zeigt mein Muli manchmal weniger deutliche Reaktionen als Pferde. Das muss man lesen lernen. Und nicht als “stumpf” oder “doof” abtun. Mule Jule benötigt viele Pausen zum Nachdenken. Und Raum, den ich ihr nach jeder erfolgreichen Übung gebe.
Pferdemenschen vernachlässigen die Macht der Pause manchmal. Wenn man nicht die Zeit und Geduld aufbringt, eine Reaktion z.B. beim Antischrecktraining abzuwarten, kann es sein, dass man wichtige Botschaften des Mulis verpasst. Oder man unbemerkt über die (Konzentrations-) Grenzen des Mulis geht. Dann stumpfen sie ab oder mögen nicht mehr mitarbeiten weil sie nicht “gehört” werden. Dazu gehört auch ein gutes Gespür für das richtige Timing – was auch essentiell wichtig ist im Pferdetraining.
Ich mache mit meiner derzeit fast 4jährigen Mule Jule nur sehr kurze Lerneinheiten mit Wiederholungen und auch neuen Anteilen, damit es spannend bleibt. Ich spüre immer in sie hinein ob sie noch bereit ist, weiterzugehen, etwas weiter auszuhalten oder etwas Neues zu lernen. Spaß und Sinn muss auch immer dabei sein.
Auch hier sind die Ansätze des Reaktionen Lesens, Grenzen erkennen und Pause machen super hilfreich nicht nur für Mulis, sondern auch für’s Pferdetraining.

4. Lass mehr los – innerlich und äußerlich
Lerne loszulassen. Den Zeitdruck (den wir nicht haben), die hohen Ansprüche (wofür?), das „Müssen“, die Kontrollverlustangst, das „Verbeißen“ in Übungen, usw.
Die Ausbildung eines Mulis stellt den typischen Reiter vor einige Herausforderungen, denn Mulis sind keine stummen Befehlsempfänger und lassen sich vor allem nur sehr begrenzt zu etwas zwingen! Auf großen Druck reagieren sie mit Gegendruck oder Beharrlichkeit. Sie sind sehr kräftig und allein mit Muskelkraft nicht zu halten. Daher ist es wichtig, eine gute mentale Verbindung zum Muli aufzubauen und eine (Lern-)Umgebung zu schaffen, in der sie gern sind.
Mulis machen natürlicherweise das, was Pferde erst nach sehr viel Druck z.B. beim Longieren oder Führen probieren: sie laufen über die äußere Schulter weg vom Menschen und ziehen den Strick/Longe mit Menschen dabei einfach mit sich mit. Ich trainiere Mule Jule daher, dass ich leicht eine gute Hinterhandwendung abfragen kann und sie auch auf mich achtet.
Wenn ich sehe, wie viele Pferdemenschen ihr Pferd am extrem kurzen Strick oder Zügel führen, ist das innerliche und äußerliche Loslassen ein ganz wichtiger Punkt, den man vom Mulitraining zum Pferd übernehmen sollte. Dauerdruck ist weder für’s Muli noch für’s Pferd gut!
Wenn es gelingt loszulassen, entsteht ein ganz neues Miteinander zwischen Mensch und Pferd, das getragen ist von einer tiefen Verbundenheit und Liebe. Ängste, Unsicherheiten oder auch Wut stehen uns dabei im Weg.

5. Baue Dein Training so auf, dass es für Dein Pferd Sinn macht
Endlose Kringel auf dem Platz oder tagein tagaus das Gleiche kann man mit einem Muli nicht machen. Sie brauchen viel Abwechslung und Beschäftigung für den Kopf. Deshalb ist es unheimlich wichtig das Training so aufzubauen, dass die Aufgaben Sinn für das Muli machen und es auch Lust darauf hat.
Mit einem Muli muss man eine richtige Partnerschaft aufbauen – denn wo in der Reiterwelt noch diskutiert wird, ob ein Pferd auch „Nein“ sagen darf, sagt ein Muli das einfach ganz selbstverständlich schon von selbst und lässt sich dann auch nicht so einfach mit Druck vom Gegenteil überzeugen.
Es gilt also immer auch in die Verhandlung zu gehen, eigene Ideen zuzulassen und auf partnerschaftlicher Basis ein gemeinsames Ziel zu finden. Dazu braucht man als Mensch eine offene, positive Haltung, Flexibilität und Kreativität und den Willen auch an sich selbst zu arbeiten und zu lernen.
Das Training sinnvoll und kleinschrittig aufzubauen, mit viel Lob und passenden Pausen, ist auch im Pferdetraining wahnsinnig wichtig, damit das Pferd mit Freude mitarbeitet und wird leider zu oft vernachlässigt.
Du willst Dana auf ihrem Trainingsweg mit Mule Jule folgen? Dann schau auf ihrer Homepage www.mule-jule.eu vorbei, dort veröffentlicht sie demnächst die Entwicklung und Ausbildung von Mule Jule.
Du hast jetzt auch Interesse an einem Muli bekommen und möchtest mehr über sie erfahren? Dann schau hier vorbei, da gibt es ein Interview mit Dana mit allem was Du über Mulis wissen musst.
Du willst Dana live sehen und mit ihrer 3D-Methode an deinen Ängsten, Unsicherheiten oder mentaler Stärke im Umgang mit Deinem Pferd arbeiten? Dann komm zu Pfernetzt 2019!
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